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Von der Kellerschlosserei zum modernen Metallbaubetrieb

Seit dem 1. April 2003 wird die Firma Hodapp Metallbau von Thomas Hodapp geführt. Mit ihm steht bereits die 4. Generation an der Spitze des Unternehmens. Somit findet eine über 100 Jahre währende Familientradition seine Fortsetzung. Eine Erfolgsgeschichte, die von der Kellerschlosserei im Jahre 1894 zum modernen Metallbaubetrieb mit
11 Beschäftigten und 2 Auszubildenden im Jahre 2003 führt. Seit über einem Jahrhundert ist die Firma Hodapp Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Die Tatsache, dass hier Mitarbeiter auf eine Betriebszugehörigkeit von 15, 25, ja sogar 40 Jahren zurückblicken können, spricht für sich.

Von Höhen und Tiefen

Die nicht immer einfachen Zeiten forderten stets den Unternehmensgeist des jeweiligen Firmeninhabers. Insbesondere die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war geprägt von Höhen und Tiefen, die auch an der Firma Hodapp nicht spurlos vorüber gingen. Der Aufschwung zu Beginn des Jahrhunderts wurde durch den ersten Weltkrieg jäh beendet. Die Auswirkungen der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise waren ebenso verheerend. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges ruhte der Betrieb fast acht Jahre. Erst danach begann eine Zeit des anhaltenden Aufschwungs, in der es möglich war den Betrieb kontinuierlich auszubauen und letztendlich auch zu expandieren

Die Anfänge

Doch zunächst zurück zu den Anfängen. Der 1865 in Oppenau geborene Schlossermeister Emil Hodapp erwarb mit seiner Frau Maria Anna Hodapp, geb. Weller, am 10. Februar 1894 das 1696 erbaute Gebäude in der Oberkircher Bachanlage (heute Gerbergasse 2). Mit dem vormaligen Besitzer Gustav Link aus Sulzberg einigte man sich auf eine Kaufsumme von 7500 Reichsmark. Am 6. März d. J. erfolgte die notarielle Übergabe, Am 15. März 1894 erfolgte der berufsgenossenschaftliche Eintrag. Der Grundstein für eine erfolgreiche Firmentradition war gelegt. Im Erdgeschoss eines Wohnhauses in der Oberkircher Bachanlage entstand eine Schlosserei mit einer Produktions- und Lagerfläche von 50 m².

Die Kellerschlosserei

Doch wie muss man sich eine "Kellerschlosserei" anno 1894 vorstellen? Hier eine mögliche Beschreibung:

Durch ein Holztor betritt man die kleine Werkstatt. Die Beleuchtung ist spärlich, da nur wenig Tageslicht durch die kleinen vergitterten Fenster in das Innere dringt. Elektrizität ist nicht vorhanden. Die Belegschaft besteht aus einem Meister (gleichzeitig Firmenbesitzer), einem Gesellen und einem Lehrling. In einer Ecke befindet sich die Schmiedeesse, das Herzstück der Schlosserei. Davor ein mächtiger Amboss. An einer Wand hängen Werkzeuge aller Art. Darunter eine Werkbank. An einer Wand steht eine Bohrmaschine, die mit Muskelkraft betrieben wird. In der Mitte des Raumes befinden sich Böcke, auf denen ein Werkstück bearbeitet wird. Nahe der Tür steht vielleicht ein Pflug, der zur Reparatur gebracht wurde. Der Fuhrpark ist klein. Ein oder zwei Handkarren müssen genügen. Vor der Tür arbeitet der Geselle, denn die Produktion wird nach draußen verlagert, wenn die Witterung es zulässt. Am Amboss stehen Meister und Lehrling, weithin hört man die Hammerschläge.

Doch die Realität war sicherlich weniger romantisch. Die tägliche Arbeit war körperlich anstrengend und auszehrend. Die Auftragslage unterlag starken Schwankungen, denn Kleinbetriebe waren aufgrund der geringen Mobilität direkt von der regionalen, ja sogar von der kommunalen Konjunktur, abhängig. Innerhalb der Ortschaft lagen mehrere Betriebe des selben Gewerbes in direkter Konkurrenz. Eine Spezialisierung fand nur zum Teil statt. Im Jahre 1842 waren in Oberkirch bereits 5 Nagelschmiede, 5 Schmiede, 1 Kupferschmied und 4 Schlossereien ansässig. Wichtig war deshalb die Kundenbindung. Nicht selten hielten Kunden einem Betrieb über Generationen hinweg die Treue, wenn es um die Vergabe von Reparaturaufträgen oder Bauarbeiten ging.

Ein vielseitiger Beruf

Die Aufgaben einer Schlosserei waren vielseitig. Ein wichtiges Betätigungsfeld war die Herstellung von Beschlägen für Fensterläden, Zimmertüren, Tore und Türen. Daneben produzierte man auch Geländer, Eisenreifen für Wagenräder, führte Rohrleitungsarbeiten aus, besorgte Reparaturen an landwirtschaftlichen Geräten, und, und, und.
Emil Hodapp führte seinen Kleinbetrieb von 1894 bis 1934. In diesen Zeitraum fielen die wirtschaftlich schwierigen Zeiten des 1. Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise. Dennoch gelang es ihm, seinen Betrieb aufrecht zu erhalten und ihn am 23. August 1934 an seinen Sohn Josef Hodapp (geb. 1907) zu übergeben. Im darauf folgenden Jahr, am 21. April 1935, starb Emil Hodapp. Seine Frau Maria Anna überlebte ihn um 7 Jahre.

Unfreiwillige Betriebsruhe

Josef Hodapp führte den Familienbetrieb zunächst weiter, bis er 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Durch diesen Umstand kam es von 1939 bis 1948 zur Betriebsruhe. Erst nach der Rückkehr von Josef Hodapp aus französischer Kriegsgefangenschaft 1947, konnte der Betrieb der Schlosserei wieder aufgenommen werden. Von der Firmengründung bis zur Wiederaufnahme des Betriebes nach dem 2. Weltkrieg, hatten sich die Produktionsmethoden und Arbeitsbedingungen nur unwesentlich verändert. Auch war die Betriebsgröße noch dieselbe. Erst in den Zeiten des Aufschwungs konnte die Firma expandieren. 1956 wurde die Werkstatt durch den Erwerb eines Nebengebäudes um 48 m² auf stolze 98 m² Produktionsfläche erweitert. Langsam wurde auch die Mobilität gesteigert.

Starke Azubis

Dennoch war zunächst die Muskelkraft, insbesondere die des Lehrlings, gefragt. Als beispielweise die Schlosserarbeiten einer Baustelle in Sulzbach Anfang der 50er Jahre ausgeführt wurden, verbrachte man die benötigten Materialien und Werkzeuge mittels Handkarren dorthin. Der Transport zur Baustelle des Kehler Bahnhofs, erfolgte durch eine Handdraisine, um die dortige Demarkationslinie zu umgehen. In dieselbe Zeit fiel auch der Bau einer Fahrzeughalle nahe der Alexanderschanze. Allmorgendlich legten Geselle und Lehrling ihre Fahrräder auf die Ladefläche des LKW einer Oberkircher Baufirma und fuhren mit diesem mit zur Arbeitsstelle am Kniebis. Abends ging es dann nach getaner Arbeit mit dem Fahrrad durch das Renchtal nach Hause. Ähnliche Schwierigkeiten gab es auch in der heimischen Werkstatt. Das von den Lieferanten nach Oberkircher angelieferte Material, wurde oft an der Hauptstraße entladen, da die enge Schlossergasse für die LKW nicht passierbar war. Für den Rest des Weges bis zur Werkstatt musste wieder einmal der Handkarren herhalten. Erst der Kauf eines VW Käfer brachte etwas Erleichterung. Mit diesem Gefährt wurde auch ein Firmenausflug veranstaltet, der die Belegschaft auf den Schauinsland führte.

Weichenstellung

Nach dem frühen Tod von Josef Hodapp im Jahre 1960 war es an dem 1936 geborenen Sohn Klaus Hodapp, die Leitung des Betriebes zu übernehmen. Die offizielle Übergabe erfolgte am 1.10.1961. Zu diesem Zeitpunkt waren Rohrleitungsarbeiten eines der Hauptaufgabengebiete, zum Teil auch im Tiefbau, wie beispielsweise im damaligen Neubaugebiet Marienau und in der Link-Siedlung. In den darauf folgenden Jahren wurden die Weichen zur Wandlung in einen spezialisierten Betrieb gestellt. Mitte der 60er Jahre begann die Produktion von Alufenstern und Türen, ein Arbeitsbereich, der in den nächsten Jahrzehnten an Stellenwert immer mehr zunahm. Zunächst wurden meist Stahlrohre mit Aluminiumanschlägen versehen und daraus Elemente gefertigt. Später wurden diese von Profilen aus reinem Aluminium abgelöst. Die Verarbeitung systembezogener Profile, erforderte einen erhöhten Einsatz von Maschinen, wie zum Beispiel Sägen und Fräsen. Die Größe der gefertigten Elemente nahm deutlich zu. Somit drohte die kleine Werkstatt aus allen Nähten zu platzen. Das einzige Telefon der Firma befand sich im Obergeschoss. Büro und Wohnung des Firmeninhabers waren räumlich kaum getrennt. All dies machte eine Erweiterung, die nur durch eine Aussiedelung zu bewerkstelligen war, unumgänglich.

Die Aussiedelung

Doch der Weg zu einer neuen Halle war steinig. Fast 10 Jahre vergingen, bis seitens der Stadt Oberkirch ein geeignetes Gelände angeboten wurde. 1972 konnte schließlich mit dem Bau der Halle an der heutigen Gewerbestraße begonnen werden. Nach deren Fertigstellung 1973, verfügte die Firma Hodapp über 580 m² Lager- und Produktionsfläche. Das angebaute Bürogebäude wurde erst einige Jahre später ausgebaut. Für die nächsten 30 Jahre hatte man sich so des Platzmangels entledigt. Dennoch waren die Investitionen dieser Zeit nicht unerheblich, da Werkzeuge und Maschinen immer neuen Anforderungen gerecht werden mussten. Insbesondere bautechnische Neuerungen, wie zum Beispiel der verbesserte Wärmeschutz bei Fenstern und Türen und die vermehrte Verwendung von Fassadenprofilen machten eine Auf- und Umrüstung der Maschinen unumgänglich. Seit Beginn der 90er Jahre wurden veraltete Maschinen ersetzt und neue Technologien hinzugefügt. Der Einbau des Hallenkrans 1991 brachte eine Verbesserung der Produktion und auch eine erhebliche Arbeitserleichterung mit sich. Das Verladen und Bearbeiten von großen Bauteilen wie Stahlkonstruktionen, Glasfassadenelementen und Dächern wurde dadurch wesentlich vereinfacht. Auch der Fuhrpark wurde immer wieder erneuert und ergänzt.

Im Bereich der Schlosserei wurde insbesondere in neue Schweißgeräte und Schleifmaschinen für die Verarbeitung von Edelstählen investiert. Als eine herausragende Anschaffung in puncto Mitarbeiterschutz, kann der Kauf einer schallisolierten Doppelgehrungssäge gewertet werden.

Hand in Hand

Trotz der Spezialisierung zum Metallbaubetrieb blieb auch der Bereich der klassischen Schlosserei erhalten. So entstanden neben Glasfassaden, Schaufensteranlagen, Haustüren und Fenstern auch nach wie vor Produkte wie Geländer und Fenstergitter aus Stahl und Edelstahl. Oftmals ergänzen sich diese beiden Betriebszweige hervorragend, wenn beispielsweise Stahlbauteile an Aluminiumkonstruktionen gefordert sind. Selbstverständlich sind die Erfahrungen der Aluminiumverglasungen auf Stahlbauteilen ähnlicher Bauart anwendbar. Durch die Zunahme von Stahlbauarbeiten und der gesteigerten Nachfrage bei Edelstahlgeländern Mitte der 90er Jahre, stieß der Betrieb erneut an seine räumlichen Grenzen. Auch die Arbeitsfläche in den Büros verengte sich durch den zunehmenden Einsatz von Computern und Druckern zusehends. Deshalb wurde 1999 die Aufstockung des Bürotraktes vorgenommen. Dort befinden sich heute neben weiteren Büroräumen auch eine Teeküche, sowie ein großzügiger Musterraum, der auch als Konferenzraum genutzt werden kann. Ebenfalls in den Zeitraum seit den 90er Jahre fällt auch die Erweiterung des Einsatzgebietes. Nachdem bisher fast ausschließlich im badischen Raum gearbeitet wurde, wurden auch Projekte im gesamten süddeutschen Raum, in den neuen Bundesländern, in Österreich, in Frankreich, sowie in Algerien verwirklicht.

Die vierte Generation

Um den Fortbestand der Firma langfristig zu sichern, stieg der jetzige Firmeninhaber Thomas Hodapp 1999 nach einem betriebswirtschaftlichen Berufsakademie-Studium in den elterlichen Betrieb ein. Er absolvierte zunächst ein 3-jähriges duales Studium zum Diplom-Ingenieur (BA) Fachr. Metallbautechnik in Kooperation mit der Berufsakademie Mosbach. Diese Studienart bot ideale Möglichkeiten zur Verbindung von Theorie und Praxis. Während der Praxisphasen arbeitete Thomas Hodapp in der Firma seines Vaters, aber auch in Metallbaubetrieben in Ulm a. D. und Bahlingen. An das erfolgreich beendete Studium schloss sich die Fortbildung zum internationalen Schweißfachingenieur in Fellbach bei Stuttgart an. Mit diesen Vorraussetzungen ist die Firma in der Lage in naher Zukunft den großen Schweißeignungsnachweis zu beantragen. Um die Jahreswende 2002/2003 wurde mit dem Bau der neuen Fertigungshalle begonnen. Damit wurden die Pläne von Klaus Hodapp aus den 70er Jahren nun vollständig umgesetzt. Nun ist es möglich, die Bearbeitung von Stahl und Aluminium komplett zu trennen. Daraus resultieren neben einer größeren Produktionsfläche auch eine höhere Produktqualität, da die Oberflächen der Aluprofile nicht mehr durch Stahlstäube beeinträchtigt werden. Durch diese erneute bauliche Maßnahme erreicht die Firma nun seine heutige Größe von insgesamt 840 m² Lager- und Produktionsfläche.

Neue Wege

Ende 2005 wurde von Thomas Hodapp ein schwieriger Entschluss gefasst – die Abteilung Schlosserei wurde geschlossen. Die Fertigung von Geländern und Treppen war in dieser Form nicht mehr rentabel. Die Entscheidung fiel besonders schwer, da diese Arbeiten den Ursprung der Firma Hodapp bildeten. Die frei gewordene Hallenfläche wurde zunächst untervermietet.

Zweites Standbein

2007 wurde mit der Übernahme der Firma Rill aus Rheinau-Linx ein neues Tätigkeitsgebiet erschlossen: der Hydraulik-Service. Tätigkeitsschwerpunkte sind Herstellung und Reparatur von Hydraulikzylindern und Aggregaten, Verkauf von Hydraulikarmaturen und Schläuchen. Um optimale Bedingungen zu schaffen, wird die bestehende Halle nochmals erweitert, so dass die einzelnen Fertigungsbereiche noch beieinander und doch räumlich getrennt sind. Sämtliche Mitarbeiter der ehemaligen Firma Rill wurden übernommen und sichern so ein langjähriges erarbeitetes Know-how.

Ausblicke

Zwei Bereiche mit Zukunft bilden nun die Standbeine der Firma Hodapp. In beiden Bereichen arbeiten Mitarbeiter mit langer Betriebszugehörigkeit und dementsprechend mehrjähriger Erfahrung. Sie stehen für Qualität und Kundenzufriedenheit jeden Tag aufs neue ein. Die Unternehmensleitung besteht nun aus Inhaber Thomas Hodapp, Abteilungsleiter Metallbau Josef Juber und Abteilungsleiter Hydraulik Jochen Selzer. Zusammen mit einer motivierten Belegschaft von über 20 Mitarbeitern sind wir für die Zukunft bestens gerüstet.